„Zug der Erinnerung” noch bis Freitag in Saarbrücken
4000 Euro für den Zug der Erinnerung”

Foto: BI „Zug der Erinnerung"
Saarbrücken – Nach fast zweitausend Besuchern in den ersten beiden Ausstellungstagen verlängert der “Zug der Erinnerung” seinen Aufenthalt in Saarbrücken. Insbesondere für Schulklassen stehen jetzt Lok und Waggons auf Gleis 1 des Hauptbahnhofs bis zum kommenden Freitag zur Verfügung.
“Etwa die Hälfte unserer Besucher in Saarbrücken sind Jugendliche”, berichtet Ute Schilde, die gemeinsam mit jungen Pädagogen und Historikern Einführungen auf Bahnsteig 1 anbietet. “Besonders ermutigend ist es, daß auch Gäste aus Frankreich und Luxemburg den Weg auf den Hauptbahnhof finden. Wir gedenken der deportierten Kinder und Jugendlichen aus den Nachbarländern ebenso wie der Opfer aus dem Saarland.” Für die Verschleppung in die Konzentrations- und Vernichtungslager war die damalige Reichsbahndirektion Saarbrücken zuständig, deren Arm bis nach Metz reichte.
Sie liess sich den Weg in den Tod von den Deportierten bezahlen: 2 Pfennige pro Kilometer. Pro Zugverband mit etwa 1000 Deportierten kassierte die “Reichsbahn” für die Strecke zwischen Saarbrücken und Auschwitz etwa 60.000 Euro.
Überlebende beklagen, daß sie seit Kriegsende keinerlei Kompensation erhalten haben. “Auf dem frisch renovierten Saarbrücker Eurobahnhof erinnert leider nichts an die Deportationsgeschichte”, sagt Ute Schilde von der veranstaltenden Bürgerinitiative, die den Zug durch Deutschland fahren lässt. Gemeinsam mit dem Saarbrücker Verein “DenkmalMit!” appelliert sie an Saarbrücker Geschäftsleute, Unternehmen und Selbständige, bei der Finanzierung der Ausstellungsverlängerung mitzuhelfen. Benötigt werden 4.000 Euro. Auch mit kleineren Beträgen können private Sponsoren zu den Kosten beitragen: “Damit noch mehr Besucher auf Gleis 1 des Hauptbahnhofs kommen”, hoffen Ute Schilde und ihre Zugbegleiter.



