Auf den Spuren der “Reichsbahn”-Opfer
Bundesregierung sieht “keinen rechtlichen Spielraum” für humanitäre Geste

Foto: Petra Jung/SK
Berlin – Zum Gedenken an die “Reichsbahn”-Deportierten werden einhundert Jugendliche aus allen Teilen Deutschlands in der kommenden Woche in Berlin erwartet. Sie folgen einer Einladung der Bürgerinitiative “Zug der Erinnerung” und werden anschließend in die Gedenkstätte Auschwitz (Polen) weiter reisen. Dort wollen sie den letzten Spuren deportierter Kinder aus ihren Heimatstädten nachgehen. In Berlin werden die Teilnehmer die früheren Einsatzzentralen der “Reichsbahn”-Deportationen aufsuchen. Das staatliche Bahnunternehmen verschleppte etwa 3 Millionen Menschen, darunter eine Million Kinder und Jugendliche, in die Lager. Die meisten kehrten nicht zurück.
Verantwortlich für die Todeszüge waren neben der “Reichsbahn” das Berliner Verkehrsministerium und die SS. Auch das Auswärtige Amt half mit. Die Bürgerinitiative “Zug der Erinnerung” fordert von den “Reichsbahn”-Nachfolgern (Deutsche Bahn AG), die letzten Überlebenden mit einer humanitären Geste zu unterstützen. Die Bundesregierung, die alleiniger Eigentümer der DB AG ist, sieht dafür “keinen rechtlichen Spielraum”.
Am Dienstag, 13. April, werden die einhundert Jugendlichen in einem öffentlichen Gedenkzug zu den Gleisanlagen des früheren Deportationsgeschehens ziehen.




