Der Herbst 2010 wird heiß bei den Europäischen Eisenbahnen
Sowohl im Güterverkehr wie auch im Personenverkehr werden nur diejenigen Strecken aufrechtzuerhalten die rentabel und profitorientiert betrieben werden können

Foto: SaarKurier
Luxembourg (jr) – Am 15ten Dezember hat die ETF ( European Transport Worker’s Federation – Fédération Européenne des Travailleurs des Transports) in Brüssel ein “Préavis de Grève” bei der Europäischen Kommission in Brüssel hinterlegt. Im Herbst sollen europaweit Streikkundgebungen bei den verschiedenen Bahnen stattfinden. Gestreikt wird gegen die weitere Zerstückelung der historischen Bahngesellschaften. Seit der ersten Direktive 91/440/EC, in den neunziger Jahren, mit welcher die Liberalisierung und Restrukturierungen der europäischen Bahnen ihren Anlauf nahm, folgten weitere in den Jahren 2001, 2004 und 2005. Nach der Aufsplitterung des Fret-Betriebes steht als nächstes für spätestens 2011 die Liberalisierung des Personenverkehrs zur Debatte. Das Fass ist voll sagt die ETF und berichtet dass zwischen 1990 und 2006 über 750.000 Arbeitsplätze bei den 15 traditionellen Eisenbahngesellschaften abgeschafft wurden.
Den neuen EU-Ländern ging es nicht besser seit sie sich der EU angeschlossen haben. Die verschiedenen Bahnmanager profitieren natürlich auch von der sogenannten, aktuellen ökonomischen Krise um weiterhin Restrukturierungspläne, also Abbaupläne vorzulegen. Für die verbliebenen Arbeiter heißt das zusätzliche Flexibilität und Bereitschaft, neben einer Herabstufung ihrer Arbeitsbedingungen und eine erhöhtes Risiko im alltäglichen Arbeitsleben.
Die ETF prangert an, dass über Jahre hinweg vergessen wurde sinnvoll in die europäischen Bahnen zu investieren. Ziel der EU scheint es zu sein, sowohl im Güterverkehr wie auch im Personenverkehr, nur diejenigen Strecken aufrechtzuerhalten die rentabel und profitorientiert sind. Stückgutverkehr wird somit dann ganz auf der Strecke bleiben. Unrentable Strecken werden geschlossen. Das Ziel die Bahn als alternatives, ökologisches Transportmittel zu promovieren wird somit zur Farce.
Quelle: Goosch.lu



