Verkehrssituation in Völklingen war Thema einer öffentlichen Fraktionssitzung der Linken im Stadtrat
Schienenverkehr könnte A 620 entlasten

Saarbahn könnte auch nach Völklingen fahren - Foto: Petra Jung/SK
Mit der Bezeichnung ‚die schäl Seit’ kennzeichnet man bekanntlich im Saarland die Seite links der Saar. Anders ausgedrückt: Hier fühlt man sich als ‚Saarland 2. Klasse’. So gibt es zwar eine Bahnverbindung von Saarbrücken bis Großrosseln bzw. bis Überherrn, doch ist diese ab Fürstenhausen nicht mehr elektrifiziert und wird ab hier nur noch als privat genutzte Anschlussbahn für Güterverkehr genutzt.
Völklingen – Auf einer Öffentlichen Fraktionssitzung der Linken im Völklinger Stadtrat referierte Prof. Harald Zimmermann zur Verkehrssituation in Völklingen. Dabei forderte der Vorsitzende der IG Warndt- und Rosseltalbahn eine spürbare Entlastung des Straßenverkehrs in Völklingen. Hierfür müsse auch an eine Reaktivierung der ehemaligen „linken Saaruferbahn“ gedacht werden, die mit der Einrichtung neuer Haltepunkte und P&R-Angeboten deutlich aufgewertet würde. Dies diene vordinglich der Entlastung der A 620 zwischen Wadgassen und Saarbrücken, stärke aber auch die Attraktivität der Völklinger Stadtteile Fenne, Fürstenhausen, Wehrden, Geislautern und der Warndtgemeinden. Bei einer entsprechenden Realisierung des Schienenverkehrs z.B. durch Schienenbusse ergäben sich auch Einsparungen bei den Bussen. Notwendig sei dazu eine neue und bessere lokale Vernetzung sowohl allgemein im sozialen Bereich als auch mit Bezug zum sich entwickelnden Tourismus-Bereich im grenzüberschreitenden Warndt.
Zimmermann verwies auf den Koalitionsvertrag der neuen saarländischen Landesregierung, der eine Prüfung der Revitalisierung der Trasse Saarbrücken–Überherrn vorsehe. Auf der gut besuchten Vortragsveranstaltung erinnerte der Verkehrsberater Dr. Karl-Georg Schroll daran, dass es früher gute verkehrspolitische Ansätze gegeben hätte, z. B. die Saarbahn bis Völklingen fahren zu lassen. Birgit und Brigitte Ostien, beide in Geislautern wohnhaft, verlangten eine Entlastung durch Schienenverkehr auch mit Bezug zur Überlastung des Nadelöhrs Ludweilerstraße in Geislautern.
„Natürlich verkenne“, so Zimmermann, „niemand, dass das Auto des Deutschen liebstes Kind und das linke Saarufer nicht mit Großstädten wie Berlin oder München zu vergleichen sei, wo man ohne eigenes Auto auskommen könne. Doch man müsse werben für ein Miteinander – so gehe es nicht mehr weiter“.
Eine Machbarkeitsstudie könnte die Alternativen aufzeigen und die möglichen Realisierungswege und Kosten ermitteln. Hierzu müsse unbedingt die Bevölkerung mit einbezogen werden. Der Linke Fraktionsvorsitzende Klaus Degen sicherte hierbei die Unterstützung seiner Fraktion zu.




