Eltern im Saarland sehen gute Absichten des Bildungsministers, lehnen aber fünftes Grundschuljahr ab
Landesregierung will Saarländischen Schulpreis,”fördernd begleiten”
Saarbrücken – Auch nach einem Gespräch mit Bildungsminister Kessler (Grüne) sieht die Landeselterninitiative für Bildung nicht den sozialen und pädagogischen Gewinn, den das nur ein Jahr längere gemeinsame Lernen im fünften Grundschuljahr bringen soll. Die Eltern sehen auch nicht, dass es für diese Änderung der Schulstruktur einen breiten gesellschaftlichen Konsens gäbe. Dringendste Aufgabe seien nicht Veränderungen in der Schulstruktur, sondern eine erhebliche Verbesserung der Qualität des Lernens an den Schulen. Dazu gehörten kleinere Klassen, mehr Zeit und entsprechende Fortbildung für die Lehrer, eine Differenzierung und Individualisierung des Lernens sowie verbindliche Förderkonzepte. Die Eltern lobten den Minister für die positiven Absichten, die der Koalitionsvertrag insoweit erkennen lasse. Sagten ihm aber auch, dass die Landesregierung alle Kräfte und Haushaltsmittel in erster Linie auf die Realisierung dieser Absichten verwenden müsse.
Zustimmung findet bei der Elterninitiative eine Änderung der Verfassung, wenn sie verbunden ist mit Schulformen im Sekundarbereich, in denen ein längeres gemeinsames Lernen bei gleicher Qualität verwirklicht wird. Eine Differenzierung von Schulformen dürfe nicht dazu führen, dass eine als die schlechtere Wahl oder als Selektion empfunden wird oder zu einer Art Auslese führt. Als Vorbild dafür hoben sie das Konzept des Schengen-Lyzeums hervor, das dem der finnischen Schulen ähnelt.
Thema des Gesprächs von Eltern und Minister war auch die Situtation an beruflichen Schulen. Hier sagte der Minister zusätzliche Lehrkräfte zu, die bald eingestellt werden sollen, um dem hohen Unterrichtsausfall zu begegnen.
Die Landeselterninitiative freut es, dass Minister Kessler zusagte, den Saarländischen Schulpreis, den die Initiative zusammen mit der Stiftung Demokratie Saarland veranstaltet und bei dem Kooperationspartner die Landeseltern- und Landesschülervertretung sowie neuerdings das Landesinstitut für Pädagogik und Medien sind, “fördernd begleiten will”.



