Pflegeberufe brauchen Nachwuchs
Diskussionsveranstaltung der Barmherzigen Brüder in Hanweiler-Bad Rilchingen
Kleinblittersdorf – „Pflege tut gut“ stand am 20. November über einer gut besuchten Diskussionsveranstaltung der Barmherzigen Brüder Rilchingen. Im Mittelpunkt des von Pastoralreferentin Beatrix Michalak moderierten Gespräches standen die Attraktivität des Pflegeberufes und die Zukunfts- und Nachwuchssicherung für die Altenpflege.
Dr. Jürgen Stenger, Geschäftsführer der Saarländischen Pflegegesellschaft zeigte sich „schockiert“, wie die Pflege derzeit in der Öffentlichkeit dargestellt werde. „Positives wird nicht vorgestellt, wenn etwas gebracht wird, dann über Problemfälle“, klagte Stenger. Dabei habe diese Branche eine hohe Bedeutung für die Gesellschaft und Wachstumsraten noch über denen der erneuerbaren Energien. Natürlich gebe es auch Probleme, vor allem wegen der stetig wachsenden Arbeitsverdichtung in den Heimen.
Günter Mosen, Geschäftsführer der Barmherzigen Brüder Trier informierte, dass nach aktuellen Schätzungen 300.000 Pflegekräfte gebraucht werden. Die Frage sei, wo die herkommen sollen, wenn die Pflege in der Öffentlichkeit ständig negativ dargestellt werde. Wie man die Altenpflege aufwerten kann, war ein Thema für Gerhard Schreiber aus dem zuständigen Gesundheitsministerium. Schreiber verwies auf das Qualitätssiegel für gute Einrichtungen, die freiwillige Qualitätskontrolle und die Internetplattform der Saarländischen Pflegegesellschaft. Die Verbesserung des Ansehens der Altenpflege sei auch eine Aufgabe für die in dem Beruf Tätigen, die dafür weben müssten.
Sigrid Jost, Bereichsleiterin Altenpflege in den Einrichtungen der Barmherzigen Brüder in Rilchingen widersprach hier, die Pflegekräfte täten das Ihre bereits. Dennoch brauche man sich nicht zu wundern, wenn angesichts der negativen Berichterstattung der Nachwuchs ausbliebe. Dabei sei Altenpflegerin oder Altenpfleger ein schöner Beruf mit einer anspruchsvollen Ausbildung. Diese Ausbildung sei gerade für die Versorgung etwa von Demenzerkrankten unbedingt erforderlich, betonte Alfred Klopries, Leiter der Rilchinger Einrichtungen. Auch Gerhard Schreiber sah das so: „Eine ordnungsgemäße Behandlungspflege erfordert eine gute Ausbildung“. Um den Nachwuchs für den anspruchsvollen Beruf zu sichern, müsse man ihn attraktiver machen und bessere Aufstiegsmöglichkeiten schaffen. Auf keinen Fall dürfe man Abstriche an der Qualität der Ausbildung zulassen. „Da würden wir uns an denen versündigen, die diese Hilfe brauchen“. Im übrigen sei eine gute Ausbildung auch die beste Prävention gegen Stress.
Stenger von der Pflegegesellschaft mahnte dringend eine Verbesserung der Personalschlüssel an, wie sie zwischen den Kassen und den Einrichtungen ausgehandelt und abgeschlossen werden. Für das Saarland wo man derzeit nach Strukturen von 1974 arbeite, sei eine Verbesserung um 16 Prozent notwendig, um nur die Entwicklung der letzten Jahre nach zu holen. Damit die Personalschlüssel besser werden könnten, müsse notfalls auch die Pflegeversicherung teurer werden, meinte Stenger.



